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Psychophysiognomik und Kallisophie

Carl Huter Tabellarische Biographie

von Carl Huter  (1861-1912)

Begründer der Psychophysiognomik,
der kallisophischen Heilwissenschaft,
der Neuen Ethik und der Kallisophie

 

1861

Am 9. Oktober 1861 wird Carl Heinrich Conrad Huter (CH) in Heinde bei Hildesheim als Sohn des Wasserbaumeisters Heinrich Huter und der Johanne, geb. Laffert, geboren. Heinde gehört heute als Ortsteil zur Stadt Bad Salzdetfurth.

1866-68

Entdeckung der primären und polaren Naturelltypen an den Bewohnern seines Heimatdorfes Heinde.

1868

Am 10. März 1868 verstirbt CH’s Vater. Nach Ostern kommt CH in die Schule in Heinde

1868

Während CH’s jüngste Schwester Emilie bei der Mutter in Heinde bleibt, kommt Auguste zu den Großeltern Laffert nach Listringen, und CH kommt im Herbst 1868 zu Onkel Friehe in Oedelum bei Schellerten, der dort eine kleine Landwirtschaft betreibt.

1868-76

CH wird in Oedelum durch den Lehrer Almeling ganz besonders gefördert, denn CH soll nach dessen Meinung und nach Meinung des Pastors das Gymnasium in Hildesheim besuchen. Diese beiden geben ihm, da ihnen seine besondere Begabung auffällt, während Jahren einen Privatunterricht, der ihm eine weit über die Volksschule hinausgehende Bildungsgrundlage gibt. Die Pflegeeltern bringen für seine wissenschaftlichen Neigungen kein Verständnis auf. Die Mutter besuchte ihn in dieser Zeit ein- oder zweimal.

1876

Konfirmation am 23. April 1876.
Nach der Konfirmation, an Pfingsten 1876, verlässt CH seine Pflegeeltern, die ihn überhaupt nicht verstehen, und geht zu seiner Mutter nach Heinde, wo er sich einige Wochen erholen kann.

1876

Am 6. August 1876 Beginn der Lehre bei Karl Seeger in Hildesheim, einem Porträt-, Dekorations- und Porzellanmaler, nachdem sich sein Wunsch, das Gymnasium in Hildesheim zu besuchen, aus materiellen Gründen zerschlagen hatte.

1880

Abschluss der Lehrzeit mit Auszeichung. Auch während der Lehrzeit wurde CH mehrmals ausgezeichnet.

1881-84

Studien v. a. in Berlin, Dresden und Leipzig u. a. bei Prof. Dr. med. Bernhard Cyriax.

CH war eine Zeitlang Anhänger der materialistischen Philosophie Ludwig Büchners.

Naturwissenschaftliche, philosophische und psychologische Studien, außerdem weitere Ausbildung zum Porträtmaler.

Tätigkeit an Oper und Theater in Leipzig. (Tenor im Chor und als Solist).

1884 für ein Jahr Mitglied der «Gesellschaft für harmonische Philosophie». Studien mit spiritistischen Medien.

CH hatte bisher vier Wandlungen durchgemacht. Zuerst war er von seinem evangelisch-lutherischen Kirchenglauben seiner Heimat zur materialistischen Weltanschauung gekommen, von dieser gelangte er in Dresden zur Schönheitsphilosophie (Kallisophie) und in Leipzig gelangte er zum Spiritualismus.

Bekanntschaft mit G. Th. Fechner (1801-1887).

1882

Entwurf des großen Naturellschemas zur Berechnung der Harmonie zwischen zwei, drei und mehr Menschen. Die Keimblatttheorie als Grundlage der Naturelllehre.

1883

Der Begriff «Kallisophie» für die ethische Schönheitslehre wird geprägt.

1884

Als 23-Jähriger fasst er den Entschluss, dem damaligen taschenspielerischen Antispiritismus entgegenzutreten. Er veranstaltet in Norddeutschland Vorträge unter dem Pseudonym Lirani Cherubini. Nachdem er jedoch einsieht, dass er die allgemeine antispiritistische Entwicklungstendenz trotz seiner Erfolge nicht aufhalten kann, kehrt er in seine Heimat zurück, nach Heinde.

1885-1888

Übersiedlung nach Hildesheim im Herbst 1885, wo er als Porträtmaler und Kunstgewerbler tätig wird und außerdem rastlos am Ausbau seiner Wissenschaften arbeitete. Die praktische Seite der Psychophysiognomik war weit entwickelt, doch waren manche wissenschaftlichen Fragen noch zu klären. Erste Skizzen für einen Irisausdruckskanon.

Bis im Oktober 1886 wohnt er im Haus der Witwe Propfe, dann zieht er um in eine Dachwohnung bei einem Schlossermeister.

So wie zuvor schon in Berlin muss er auch hier die Not, Hunger, Kälte und Elend erleiden. Vor allem im Winter ist es schwer, ausreichend Aufträge zu erhalten.

Nach und nach erringt er sich aber doch eine kleine Existenz.

Die Spuren seines Wirkens in dieser Hildesheimer Zeit sind noch heute da und dort vorhanden beispielsweise in den Kirchen von Wehrstedt und Hackenstedt.

1888

Im Frühling 1888 macht er eine Reise nach Braunschweig, die ihn eine folgenreiche Begegnung erleben lässt. An der Station Derneburg steigt ein Mädchen in den Zug, dessen Erscheinung ihn fesselt: «Vom ersten Augenblick an, als ich Gesicht und Gestalt dieses Mädchens sah, war ich überrascht von der seltenen Schönheit; und mein ganzes Streben und Suchen nach einem weiblichen Wesen, das meinen idealen Wünschen entsprach, schien Leben und Gestalt angenommen zu haben.» Es ist eine Bauerntochter aus Bockenem, Minna Probst, die er in der Folge näher kennenlernt.

1889-92

Minna Probst verlobt sich jedoch 1889 mit einem Kandidaten der Theologie, Heinrich Stoffregen von Bad Salzdetfurth. Nachdem sie sich verheiratet hat, erkrankt CH an einem schweren Halsleiden. Das Halsleiden verschleppt sich. Schließlich wird Halskrebs diagnostiziert. Er verkauft sein in Hildesheim mühsam aufgebautes Geschäft und siedelt zuerst nach Wolfenbüttel, dann nach Braunschweig über, wo er einige künstlerische Aufträge hat. Die Ärzte können den Fortgang des Leidens nicht hindern. In dieser Zeit macht er zudem auch noch eine Cholera-Erkrankung durch.

1889

CH prägt 1889 den Begriff «Psychophysiognomik» für den naturwissenschaftlich fundierten Teil seiner physiognomischen Lehre. Er rückt damit ab von den zuvor verwendeten Begriffen «Psycho-Anthropologie» und «Anthropologie». Er ist mit dem Entwicklungsgang, der in der akademischen Anthropologie eingeschlagen wird, nicht einverstanden, insbesondere lehnt er die akademische Rassenlehre mit ihren rassistischen Begleittendenzen und die daraus erfolgende Popularisierung derselben ab.

Die von der akademischen Anthropologie, die vor allem von Medizinprofessoren angeführt wurde, gelehrte Tendenz führte geradeswegs in die im Dritten Reich praktizierten selbstherrlichen und rassisch begründeten Diskriminationen und Vernichtungsprogramme. Indem sich CH gegen die anthropologischen Lehren der führenden Mediziner wie Prof. Dr. Rudolf Virchow oder Prof. Dr. Wilhelm von Waldeyer und vielen anderen abgrenzte, handelte er sich erhebliche Nachteile ein. Seine Lehren kollidierten mit den Ansichten der Persönlichkeiten, die in den damaligen Wissenschaften wie Autokraten herrschten, und dem ihnen ergebenst folgenden Bildungsbürgertum.

Erste Untersuchungen über die Helioda.

1892

Im Herbst 1892 Umzug zusammen mit der Wirtschafterin und Pflegerin Auguste Neander nach Bremen zu einem Onkel, um bei dem Spezialisten Dr. med. Schäffer in Behandlung zu gehen. CH wird mehrfach operiert, aber nicht geheilt. CH lernt in der weiteren Folge die Kuhne-Kur kennen, die ihm Besserung, aber auch keine Heilung bringt. CH studiert und probiert anschließend die unterschiedlichsten Naturheilmethoden. Verlobung mit Auguste Neander, die später wieder aufgelöst wird.

1893

Im April 1893 siedelte CH nach Hannover um. Er mietete eine möblierte Wohnung zuerst Ecke Schiffgraben/Sophienstraße 7, dann Mitte Sommer 1893 Egidienstraße 3/II. Er wurde von Prof. Dr. Carl Schuchhardt (Direktor des Kestner-Museums), Dr. Adolf Brodbeck (Initiant des ersten Weltreligionsparlaments in Chicago Ill.) u.a. gefördert. 1893 erscheint das Gedichtbändchen «Aus Poesie und Liebe».

1893

Da ihm weder die Medizin noch die Naturheilmethoden zur Heilung seines Leidens verhelfen können, sucht er sich selbst durch sein eigenes Heilsystem, an dessen Grundlegung er arbeitet, zu helfen. Außerdem allgemein naturwissenschaftliche und naturphilosophische Studien.

1893

CH formuliert das psychophysiognomische Grundgesetz. Als Wiedergabe eines Lehrvortrages von CH über das psychophysiognomische Grundgesetz veröffentlicht Dr. Adolf Brodbeck die Broschüre «Leib und Seele».

1893

Im Herbst 1893 nimmt er seine seit 1884 ausgeübte Vortragstätigkeit wieder auf. Er schreibt viele Gedichte und poetische Aufsätze. Er arbeitet außerdem an den wissenschaftlichen Grundlagen der Psychophysiognomik und der Kallisophie. Erste Kontakte mit der späteren Gattin Henny Pieper.

1894

Vortragsreisen, vor allem in verschiedene Orte am Harz. Verlobung mit Henny Pieper, die jedoch bald wieder auf gelöst wurde.
Im Anschluss an einen Vortrag in Langelsheim wurde CH von einem jungen Druckereibesitzer Mende und einer kranken Frau H. gedrängt, dieselbe nach seinem Heilsystem zu behandeln. Es wurde dies zu einem Wendepunkt in CH’s Leben. «Es war nie meine Absicht gewesen, eine gewerbsmäßige Heilpraxis zu betreiben. Sehr schwere innere Kämpfe hat es mich gekostet, bis ich mich endlich dazu verstehen konnte.»

1895

Im Frühjahr 1895 meldeten sich zahlreiche schwerstkranke Kurgäste und er erzielte solche Heilerfolge, dass eine Volksbewegung zwischen Lutter am Barenberg und dem Harz entstand. Wo Erfolge sind, da sind auch Neider. Es wurden ihm eine ganze Reihe Strafprozesse angehängt wegen gewerbepolizeilicher Sachen. Fast alle dieser angestrebten Strafprozesse verliefen im Sand. In einem Fall wurde CH zu einer Geldbuße verurteilt, weil er ein allgemein erhältliches Nahrungsergänzungsmittel einer abgelegen wohnenden kranken Person besorgte und per Post zustellte. Mit solchen Schikanen versuchten die ansäßigen Ärzte CH das Leben schwer zu machen.

1895

Im August 1895 Reise nach Bad Eilsen bei Bückeburg, um die frühere Verlobte Henny Pieper (geb. 12.12.1876) zu treffen. Im Herbst 1895 wieder Vortragsreise in verschiedene Harzorte.

Arbeit an gewissen Teilen des 1898 unter dem Titel «Die neueste Heilwissenschaft» erscheinenden Buches.

Im Dezember 1895 Reise mit Henny Pieper von Hameln über Hannover und Amsterdam nach London, um dort gegen den Willen des Vormundes der verwaisten Henny P. zu heiraten.

1896

Henny Pieper
Am 4. Januar 1896 Trauung mit Henny Pieper auf dem Londoner Zivilstandsamt und in der Londoner Paulus-Kirche.

Nach der Rückkehr nach Hannover zuerst in möbliertem Zimmer. Vortragsreisen, jedoch nur sehr geringe Einnahmen. Schließlich bürgt eine jüdische Dame dem frisch verheirateten Paar für eine kleine Summe Geld.

An Ostern 1896 mieten sie an der Seestraße 25/II eine kleine Wohnung. Hier verfasst CH die Schrift «Individuum und Universum. Die Philosophie des realen und idealen Seins im Weltgeschehen und im Persönlichkeitsbewusstsein». In dieser wie in vielen anderen Schriften nimmt CH u. a. Stellung gegen Diskrimination, Rassismus und Antisemitismus.

1897

Kauf eines Hauses in Detmold, Elisabethstraße 37. Einzug am 1. April 1897. Am 17. Juli 1897 Eröffnung der eigenen Kuranstalt.

Beginn der Auseinandersetzungen sowohl mit dem Naturheilverein als auch mit einigen Ärzten (Dr. med. Justus Petri, Dr. med. Ulrich Volkhausen, Dr. med. Friedrich Carius). Gründung des Carl-Huter-Verlages für die größeren Werke, 1903 Gründung des Arminius-Verlages für die kleineren Schriften, Broschüren und Zeitschriften.

1897

Es erscheinen die Schriften «Medizin, Wasserkur, Diät und Diagnose» sowie «Der Wert von Ruhe und Schlaf».

1898

Im Frühjahr Vorträge am Detmolder Hof. Danach Beginn der teils öffentlichen Auseinandersetzungen mit den Detmolder Ärzten, insbesondere mit Dr. med. Justus Petri, Dr. Friedrich Carius und Dr. Ulrich Volkhausen sowie mit dem Naturheilverein.

1898

Es erscheinen die Schriften «Meine Stellung zur Schulmedizin» und «Gicht, Rheumatismus, Influenza und Erkältungskrankheiten und ihre erfolgreiche Behandlung».

1898

Im Juli 1898 erscheint das Werk «Die neueste Heilwissenschaft», Neuauflage 2008 unter dem Titel «Die kallisophische Heilwissenschaft».

1898

Im Herbst 1898 erscheint der Band «Die Landeshuter von Hilgenhaine». Es handelt sich vordergründig um eine Studie über die frühen Bewohner der Region Heinde-Hildesheim, ist aber tatsächlich eine Kritik am Kaiserreich und an Kaiser Wilhelm II.

Eine direkte grundsätzliche Kritik an Kaiser und Kaiserreich war damals nicht möglich. U. a. wegen dem Majestätsbeleidigungsparaphen wurden deswegen jährlich mehrere Tausend Personen zu mehr oder weniger langen, bis fünf Jahre dauernden Haftstrafen verurteilt. Die Studie enthält auch Empfehlungen, wie der deutsche Staat und seine Politik am besten zu gestalten sei.

1899

Der Gedichtband «Die Glocken aus dem Cheruskerwald» erscheint. Im Anhang desselben die Abhandlung «Der Zweck und die Bedeutung der idealen bildenden Kunst im Sinne der Psychophysiognomik».

1899

Gründung der Zeitschrift «Die Hochwart», erste Ausgabe im Oktober 1899. In dieser Zeitschrift nimmt Carl Huter zu psychologischen, medizinischen, juristischen und politischen Fragen Stellung. Sie erscheint bis 1910 und erreicht eine höchste Verkaufsauflage von etwa 600 Exemplaren im Jahre 1906. In dieser Zeitschrift werden auch Angelegenheiten der Vereine behandelt, die sich seit 1884 zur Pflege der Huter’schen Lehren bildeten.

1899

Es erscheint «Die Religion, Philosophie und Kunst der Zukunft».

1899

Die Helioda in ihrem Wesen klar erkannt und beschrieben. Man kann dieses Jahr als das der Entdeckung der Helioda bzw. der wissenschaftlichen Begründung der Lehre vom Empfindungsvermögen der Materie bezeichnen. Die Aufarbeitung der Fragen im Zusammenhang mit der Helioda gehört zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen, ist vielleicht die bedeutendste in der Menschheitsgeschichte.

ab 1899

Vortragsreisen in viele Städte Deutschlands, u. a. nach Frankfurt am Main, Wiesbaden, Karlsruhe, Stuttgart, München, Düsseldorf, Mühlheim an der Ruhr, Hamburg.

1900

Es erschien eine Vielzahl von Zeitschriftenartikeln, u. a. «Die Gefühlsphysiognomik als geheimnisvolle Schöpferkraft jeder alten und neuen Gesellschaftsordnung», «Unsere Stellung zur medizinischen Wissenschaft, zur Ärztefrage und zur Naturheilbewegung», «Neu entdeckte Wissenschaften und die gebildeten Stände». Von besonderer Bedeutung ist die längere Abhandlung «Götterdämmerung im modernen Völkerleben und Deutschlands neue Ideale».

1901

Vortragsreisen. Im Juni 1901 in Detmold Kongress, der zu einer Zentralorganisation des «Huterischen Bundes» führte.

1902

Auch 1902 sind neben den an verschiedenen Orten durchgeführten Vortragszyklen vor allem die folgenden Zeitschriftenabhandlungen hervorzuheben:

«Schulmoralisten, Staatsjuristen und freie Künstler», «Hohe Politik», «Der Naturmensch Nagel und Professor Jolly», «Die Magie der Farben und Zahlen. Ein neu entdecktes Weltgesetz.», «Neue politische Strömungen» und «Die Heliodastrahlen, ihre chemischen, physiologischen und psychischen Wirkungen».

1903

CH verfasst «Die innere Erschließung einer höheren, geistigen Welt». Es erscheint «Der Gebildete auf der Höhe», eine Darstellung der wichtigsten geistigen Strömungen mit CH’s Stellungnahme zu denselben.

1903

Sophie Christ
Durch Vermittlung von Sophie Christ von Stuttgart erhält CH ein Darlehen, das ihm ermöglicht, sein Hauptwerk «Menschenkenntnis» abzuschließen und im eigenen Verlag als Manuskript herauszugeben.

1904-06

«Menschenkenntnis durch Körper-, Lebens-, Seelen- und Gesichts-Ausdruckskunde auf neuen wissenschaftlichen Grundlagen» erscheint in fünf Bänden von 1904 bis 1906. Dieses eigenartige Werk, das in fünf Lehrbriefe mit je zehn bzw. zwölf Lektionen gegliedert ist, ist die grundlegende Arbeit Huters für ein neues Welt-, Natur-, Lebens- und Menschenverständnis. Es ist ein Lehrwerk, deshalb die eigenartige Gliederung. CH nimmt gewissermaßen den Leser an der Hand und führt ihn durch seine geistige Welt.

Der Mensch wird in diesem Werk in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt; alle Bereiche der Naturwissenschaft und Psychologie, der Religions- und Geisteswissenschaften werden herangezogen, wo dies sinnvoll ist. Huter hat in diesem Werk nicht nur die Psychophysiognomik und ihre wissenschaftliche Begründung dargelegt, er hat mehr als 200 Entdeckungen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen und wesentliche ethische und philosophische Darlegungen gemacht.

1906

Höchststand der Mitglieder im Huterischen Bunde von annähernd 600. Als «Die Neue Ethik» 1906 erscheint, fallen sogleich mehr als die Hälfte ab. Wenig später fällt von den verbliebenen Mitgliedern, als Folge gegnerischer Machenschaften, nochmals die Hälfte ab.

1906-1910

Vorträge zwischen Hamburg und Konstanz sowie zwischen Dresden und Frankfurt am Main.

1907

Ab 1907 hat CH einige Publikationen verfasst, die allgemeinverständlich einzelne Themen der Psychophysiognomik und vor allem die Kallisophie bearbeiten. 1907 erschien «Die Naturelllehre als Grundlage der praktischen Menschenkenntnis»

1908

CH trennt sich von seiner Familie in Detmold. Er mietet für seine Vorhaben geeignete Räume in Leipzig.

1908

Es erscheinen die zu Stellungnahmen führenden Werke «Liebe, Ehe, Familie und Gesellschaft der Zukunft» sowie «Die neue Weltanschauung».

1909

Es erscheinen die Abhandlungen «Das Heiligkeitsgefühl und das Ideale», «Moderne Volkspropheten, ihre Irrtümer und Entgleisungen» sowie die Bücher «Leitfaden zu meinem System der Psychophysiognomik» und «Das Empfindungsvermögen der Materie».

1909

 Ab 14. August 1909 Eröffnung von drei «Carl-Huter-Instituten» in Leipzig, unmittelbar neben dem Künstlerhaus und bei der Synagoge.

(1) Freie deutsche Hochschule für psychologische Forschung und vergleichende Natur- und Religionswissenschaften.

(2) Psychologisches Untersuchungsinstitut für biologische, psychologische, psychophysiognomische, grafologische und psychometrische Feststellungen und Gutachten.

(3) Psychologisches Museum (Eröffnung am 18.9.1910)
mit kunstwissenschaftlicher, naturgeschichtlicher und psychologischer Abteilung.

 

 

 Ab Juli 1909 war Irma Fleischhacker als Assistentin in diesen Institutionen tätig.

1910

Es erscheinen «Huter und Haeckel. Der Kampf zwischen zwei Weltanschauungen» und «Grundlegende Entdeckungen zur Psychophysiognomik und Kallisophie» sowie der «Führer durch das Carl-Huter-Museum Leipzig».

1910

Es erscheinen die Abhandlungen «Das Lebens- und Formengeheimnis im Weltall», «Der Sieg unserer Weltanschauung in uns und um uns», «Die Religion
der Liebe und Schönheit» und «Meine Weltanschauung und die 16 Weltursachen».

1911

Es erscheint die Abhandlung «Weltanschauung, Religion, Kultur und Charakter von den Urzeiten bis in die Gegenwart».

1911

Im Januar 1911 erscheinen das «Illustrierte Handbuch der Menschenkenntnis» und «Aus eigener Kraft. Von Pinsel und Palette zur Naturwissenschaft, Philosophie, Psychophysiognomik und Kallisophie».

1911

Ende Juni 1911 müssen die Huter’schen Institute in Leipzig aus materiellen Gründen geschlossen werden. Von den beiden letztgenannten Werken können lediglich wenige Exemplare verkauft (und erhalten) werden, der größere Teil wird zum Papierpreis verkauft (und vernichtet). Die gesamte Habe von Carl Huter ging (Stück für Stück) in die Hände einer Anzahl von Käufern über.

1912

Am 4. Dezember 1912 stirbt Carl Huter an Herzversagen, nachdem er schwere Schicksalsschläge durchzustehen hatte, in Dresden. Er wird am 7. Dezember 1912 in Dresden auf dem Tolkewitzer Johannis-Friedhof beigesetzt. Es ist eine Erdbestattung, ohne vorausgehende Kremation.

Carl Huter hat ausdrücklich niemanden als Nachfolger in seiner Sache, etwa zum Weiterführen der Schule, des Beratungsinstituts und des Verlags oder zum Fortsetzen der Forschungsarbeit, eingesetzt oder bezeichnet. Carl Huter hatte 1912 keine Schüler oder andere Personen, die dafür in Frage gekommen wären.

Der im Dezember 1912 Carl Huter noch verbliebene Nachlass, vor allem bestehend aus bisher unveröffentlichten privaten Briefen und Dokumenten sowie den Verlagsrechten, wurde bis 1920/21 von einem Amt in Dresden verwahrt bzw. verwaltet. Danach ging er durch Verkauf bzw. Kauf in die Hände Dritter (Kurt Wagner, Dr. Hermann Haupt, Amandus Kupfer) über. Diese gingen jedoch schon bald im Unfrieden auseinander und beschritten unterschiedliche Wege.

Der größte Teil des Nachlasses an privaten Briefen und Dokumenten wird heute verwahrt im Carl-Huter-Archiv in Zürich. Aus diesem geht u. a. hervor, warum Carl Huter niemanden zur Nachfolge eingesetzt hat, obwohl er seiner Krankheit wegen mit dem baldigen Tod rechnete.

Es hat dies eine besondere Bedeutung, weil nach dem Tod von Carl Huter verschiedene Personen sich selbst in missbräuchlicher Weise als von Carl Huter besonders autorisierte Nachfolger darstellten. Diese haben wiederum Nachfolger, die sich als "direkte Nachfolger" (und ähnlich) bezeichnen.

Es gab und gibt keine Person, die tatsächlich durch Carl Huter persönlich autorisiert worden ist, sein Werk fortzusetzen.

Ein Teil des (umfangreichen) ungedruckten literarischen Werkes von Carl Huter ist zwischen Juni 1911 und Dezember 1912 in unterschiedliche Hände gelangt. Es ist nicht auszuschließen, dass ein wesentlicher Teil davon verloren ging oder vernichtet wurde.